Die Geschichte von Erle, St. Silvester

Die Anfänge der Geschichte unserer Pfarrei reichen in graue Vorzeit, als den Sachsen die christliche Botschaft gebracht wurde. Vielleicht schon im 9. Jahrhundert haben Missionare von der Missionszentrale Borken das Christentum in unsere Gegend gebracht.

Grabfunde in den 1920er Jahren haben bewiesen, dass schon im 5.-8. Jahrhundert bei fränkischen Siedlern im Gebiet der jetzigen Gemeinde Erle das Christentum lebendig war. Auch gibt die in unserer Pfarrei stehende 1500 Jahre alte „Femeiche“ Anlass zu der Vermutung, dass christliche Missionare vom nahen Niederrhein schon früh die christliche Botschaft nach Erle brachten; denn die Femeiche galt unseren germanischen Vorfahren als heiliger Baum zu Ehren des Gottes Wotan (Odin).

Die christlichen Missionare haben den heidnischen Kultbaum stehen lassen, während anderswo manche dieser Bäume in missionarischem Übereifer gefällt wurden. Vermutlich stand schon im 10. Jahrhundert ein Holzkirchlein an der Stelle, wo die jetzige St. Silvesterkirche steht.

Das St. Silvester-Patrozinium weist darauf hin, dass die erste Kirche um die Jahrtausendwende gebaut worden ist. Erle gehörte erst zur Pfarrei Raesfeld St. Martin, wurde dann im 13. Jahrhundert von Raesfeld getrennt und zur eigenen Pfarrei erhoben.

Die erste Steinkirche wurde durch einen Brand im Jahre 1560 vernichtet. Aus den Trümmern dieser Kirche wurde eine neue gebaut, die im 17. Jahrhundert vergrößert wurde. Ende des 19. Jahrhunderts war diese Kirche viel zu klein und baufällig geworden. Auf Veranlassung von Pastor Nonhoff wurde sie im Jahre 1875 abgerissen und durch ein neugotisches Bauwerk ersetzt.

Am 4. Dezember 1879 war die Einweihung der neuen Kirche. Der in Erle auch heute noch gut bekannte spätere Dechant Peter Karthaus hat im Laufe der Jahre die Kirche weiter ausgeschmückt. Diese schöne Kirche wurde am 23. März 1945 durch einen Luftangriff völlig zerstört.

Nach dem Kriege begann der mühevolle Wiederaufbau. In vereinfachter Form entstand die bisherige neugotische Kirche: ohne den hohen Turm, ohne die alte Dachkonstruktion, ohne Gewölbe im Innern, stattdessen eine flache Decke. Von der reichhaltigen früheren Innenausstattung war alles bis auf einige Statuen und Bilder für immer verloren.

Der hohe Kirchturm wurde im Jahre 1998 wieder hergestellt auf Grund einer beispiellosen Spendenbereitschaft der Erler Bevölkerung und Helfer aus anderen Gemeinden. Die St. Silvester - Kirche präsentiert sich heute als eine schmucke freundliche, helle Dorfkirche, in der wir gern unsere Gottesdienste feiern.


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